Solaris 50Ein wahrer Gran Turismo und ein Fest für die Sinne

Michael Good

 · 03.12.2022

Starke Leistungen. Mit Wind und Wellen hat die Solaris 50 keine Mühe
Foto: YACHT / L. Fruchaud

Die Optik ist schlichtweg umwerfend, die Segeleigenschaften exzellent, die Verarbeitung erstklassig. Solaris Yachts in Italien setzt bei den exklusiven Performance-Cruisern neue Standards, die andere Hersteller nur schwer mitgehen können. Die brandneue 50er kann dieses Renommee noch untermauern

Die Werft in Aquileia in Norditalien betreibt konsequente Programmpflege: Der Solaris 40 (Test in YACHT 19/2021) hat Solaris Yachts nun einen größeren 50-Fußer mit derselben DNA an die Seite gestellt, aber mit größerer Varianz vor allem unter Deck. So kann das neue Schiff zusätzlich zur konven­tionellen Standard-Ausführung mit drei Doppelkabinen und zwei Nasszellen auch in einer Version mit einer seitlich längs in den Salon integrierten Pantryzeile bestellt werden. In dem Fall sind sogar drei Toilettenräume möglich. Varianten gibt es auch für das Vorschiff, wo das Bad in die Vorpiek eingebaut und die Koje seitlich platziert werden kann.

Die Rumpflinien vom argentinischen Konstrukteur Javier Soto Acebal lassen im Wesentlichen ein ähnliches Design erkennen wie bei der kleineren Schwester Solaris 40. Die hinten hoch gezogene Aufkimmung im Rumpf erlaubt eine große Breite achtern bei zugleich schlanker Wasserlinie, was letztlich für viel Formstabilität am Wind sorgt. Überdies muss das breite Achterschiff den Auftrieb der fülligen Front kompensieren, damit die Segeleigenschaften am Wind ausgewogen sind.

Dank doppelter Ruderblätter lässt sich ins Heck eine geschlossene Dingi-Garage integrieren, wo ein kleines Beiboot in Längsrichtung lagern kann. Der Standard-T-Kiel mit 30 Prozent Ballastanteil reicht bis 2,80 Meter in die Tiefe; alternativ bietet Solaris auch kürzere, dafür schwerere Kiele an. In dem Fall kann die Tauchtiefe bis auf 2,35 Meter reduziert werden.

Solaris 50 mit Selbstwendefock auch einhandtauglich

Das Cockpit der neuen Solaris 50 ist wie bei der kleinen 40er achtern komplett ausgeschnitten. Damit kann die Werft die beiden Steuersäulen bis unmittelbar an die Bordwand bauen, was die Übersicht für den Steuermann deutlich verbessert. Fallen und Schoten werden ausnahmslos unter Deck bis auf die Stopperbatterien vor den Steuersäulen geführt, wo beidseitig zwei kräftige Winschen zur Verfügung stehen. Standard ist die Genua mit einer Überlappung von 108 Prozent und Holepunktschienen seitlich auf dem Laufdeck. Als Varianz dazu kann das Boot auch mit einer Selbstwendefock ausgestattet werden und ist damit uneingeschränkt einhandtauglich.

Der Basispreis ab Werft wird mit rund 672.000 Euro brutto angegeben. Die Solaris 50 ist zur Wahl als Europas Yacht des Jahres nominiert und hat der YACHT-Redaktion anlässlich der Jury-Trials im Spanischen Port Ginesta bei Barcelona zur Verfügung gestanden. Den Test bringen wir in einer der kommenden Ausgaben.

Die Solaris 50 wird als Deutschland-Premiere zudem auf der Messe boot in Düsseldorf im Januar 2023 zu sehen sein. Halle 16 / Stand A18


Technische Daten Solaris 40

  • Konstrukteur: Javier Soto Acebal
  • CE-Entwurfskategorie: A/Hochsee
  • Rumpflänge: 15,50 m
  • Länge Wasserlinie: 14,68 m
  • Breite: 4,78 m
  • Tiefgänge: 2,80 (Std.) / 2,60 m / 2,35 m
  • Gewicht: 15,9 t
  • Ballast/-anteil: 4,85 t/30,5 %
  • Großsegel: 84,7 m²
  • Genua 108 % : 70,30 m
  • Motorisierung: Volvo Penta D2-50 (50 PS) / optional 75 PS
  • Antrieb: Saildrive
  • Kapazität Diesel: 370 l
  • Kapazität Frischwasser 510 l

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